Hühner im Winter: Wasser, Futter und Stall richtig vorbereiten

Hühnerhalter füllt eine 15-Liter-Nippeltränke mit Wasser

Der Winter in der Schweiz bringt oft wochenlang Frost, Schnee und kurze Tage. Die gute Nachricht: Gesunde Hühner vertragen Kälte viel besser, als die meisten denken. Probleme machen vor allem gefrorenes Wasser, Nässe, Zugluft und Langeweile. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es wirklich ankommt – mit Schwerpunkt auf Wasser und Futter –, damit Ihre Hühner gesund bleiben und bis zum Frühling weiterlegen.

Brauchen Hühner im Winter Wärme?

In den meisten Fällen nicht. Hühner plustern ihr Gefieder auf und halten so warme Luft fest, und auf der Sitzstange wärmen sie sich nachts gegenseitig. Eine Wärmelampe ist selten nötig und in einem Holzstall mit trockener Einstreu eine echte Brandgefahr. Zudem werden die Tiere weniger widerstandsfähig, falls einmal der Strom ausfällt. Ein trockener, zugfreier und gut belüfteter Stall schützt Ihre Hühner besser als zusätzliche Wärme.

Achten Sie bei Rassen mit grossem Stehkamm, etwa Leghorn, besonders auf Erfrierungen an Kamm und Kehllappen. In sehr kalten Nächten hilft eine dünne Schicht Vaseline auf dem Kamm – und ein Stall, der nicht feucht ist.

Wasser: die grösste Herausforderung im Winter

Eine Legehenne trinkt auch im Winter rund 250 bis 300 ml Wasser pro Tag. Fehlt Wasser, lässt die Legeleistung schon nach ein bis zwei Tagen nach. Ist das Wasser eiskalt, trinken Hühner ausserdem weniger. Es geht also nicht nur darum, dass das Wasser nicht gefriert, sondern auch darum, dass die Hühner es gerne trinken.

Bei starkem Frost kann jede Tränke ohne Heizung einfrieren. Mit diesen einfachen Gewohnheiten bleibt das Wasser auch ohne Strom verfügbar:

  • Füllen Sie die Tränke morgens mit lauwarmem (nicht heissem) Wasser. So dauert es viel länger, bis es gefriert.
  • Arbeiten Sie mit zwei Tränken im Wechsel: eine draussen bei den Hühnern, eine drinnen zum Auftauen. Tauschen Sie sie morgens und am Nachmittag aus.
  • Stellen Sie die Tränke windgeschützt auf, am besten im Stall oder unter einem Dach. Wind lässt Wasser viel schneller gefrieren als ruhige, kalte Luft.
  • Stellen Sie die Tränke erhöht auf, zum Beispiel auf eine Steinplatte oder einen Holzklotz. So bleibt sie sauberer und gefriert von unten weniger schnell.
  • Leeren Sie die Tränke bei starkem Frost am Abend und füllen Sie sie morgens wieder. So schützen Sie sie vor Schäden durch Eis.
  • Kontrollieren Sie das Wasser mindestens zweimal täglich und brechen Sie dünnes Eis an der Oberfläche auf.

Eine zweite Tränke ist die günstigste und zuverlässigste Lösung für den Winter. Unsere 15-Liter-Tränken fassen genug Wasser für 2 bis 12 Hühner – eine Füllung reicht also auch bei einer grösseren Herde den ganzen Tag.

Zur 15-Liter-Tränke mit Trinkschalen →

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Trinkschalen oder Nippel bei Frost?

Beide Varianten funktionieren im Winter gut, wenn Sie die Tipps oben beachten. Bei Kälte verhalten sie sich aber unterschiedlich:

  • Tränken mit Trinkschalen: Die kleinen Schalen füllen sich automatisch nach, und Eis sehen und entfernen Sie leicht. Hühner, die offenes Wasser gewohnt sind, kommen sofort damit zurecht.
  • Nippeltränken: Das Wasser bleibt sauber und die Einstreu trocken – im Winter ein grosser Vorteil. Die Nippel sind jedoch klein und können bei starkem Frost früher einfrieren. Der Wechsel zwischen zwei Tränken ist hier besonders wichtig.

Steht Ihr Stall an einem Ort mit langen, strengen Frostperioden, kann sich eine beheizte Tränke oder eine Heizplatte lohnen. Für die meisten Gärten im Schweizer Mittelland reichen zwei unbeheizte Tränken im Wechsel aus.

Futter im Winter: mehr Energie, weniger Wege durch den Schnee

Hühner brauchen mehr Energie, um warm zu bleiben, und fressen im Winter deshalb etwas mehr. Sorgen Sie dafür, dass vom Morgen bis zum Aufbaumen immer gutes Legefutter verfügbar ist. Eine Handvoll Körner am späten Nachmittag liefert zusätzliche Energie für die lange, kalte Nacht.

  • Halten Sie das Futter trocken. Nasses Futter schimmelt schnell, und Schimmel kann Hühner krank machen. Ein Futterautomat mit Deckel und Regenschutz hält Schnee und Regen fern.
  • Ein grosser Futterautomat spart Wege. Ein 15-kg-Futterautomat reicht einer kleinen Herde mehrere Wochen – Sie müssen also nicht jeden Tag bei Schnee und Dunkelheit nachfüllen.
  • Halten Sie Mäuse und Ratten fern. Im Winter suchen sie in der Nähe von Ställen nach Futter. Ein Futterautomat mit Futteröffnungen, bei dem kein Futter am Boden liegt, lockt deutlich weniger an.

Zum 15-kg-Futterautomaten (2 oder 4 Futteröffnungen) →

Vogelgrippe: Futter und Wasser vor Wildvögeln schützen

Vogelgrippe-Fälle bei Wildvögeln nehmen meist im Herbst und Winter zu. Im Winter 2025/26 ordnete das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) von November bis März schweizweit Präventionsmassnahmen an: Futter und Wasser mussten für Wildvögel unerreichbar sein, zum Beispiel mit Netzen oder einem Dach über dem Auslauf. Die Regeln galten verpflichtend ab 50 Tieren, das BLV empfahl sie aber auch für kleinere Haltungen.

Auch ohne behördliche Massnahmen ist es sinnvoll, Futterautomat und Tränke im Winter im Stall oder unter einem überdachten Teil des Auslaufs aufzustellen. Die aktuellen Regeln finden Sie auf der Website des BLV. Denken Sie daran: Jede Geflügelhaltung in der Schweiz – auch die Hobbyhaltung – muss beim Kanton registriert sein.

Ein trockener, zugfreier Stall

  • Lüften ohne Zugluft: Öffnungen weit oben unter dem Dach lassen feuchte Luft entweichen. Schliessen Sie Ritzen auf Höhe der Sitzstangen, wo die Hühner schlafen.
  • Trockene Einstreu: Wechseln Sie nasse Einstreu sofort. Feuchte Einstreu verursacht mehr Kälteprobleme als tiefe Temperaturen.
  • Wasser nicht im Schlafbereich: Steht die Tränke im Stall, dann mit Abstand zu Sitzstangen und Nestern, damit Spritzwasser die Einstreu nicht durchnässt.
  • Ein geschützter Auslauf: Ein Dach oder eine Plane über einem Teil des Auslaufs bietet den Hühnern einen trockenen, schneefreien Platz zum Scharren.

Kurze Tage, weniger Eier und Langeweile

Für eine gute Legeleistung brauchen Hühner rund 14 Stunden Tageslicht. Im Dezember und Januar ist es normal, dass sie weniger oder gar nicht legen – besonders ältere Hennen und während der Mauser. Diese natürliche Pause ist gesund, mit den längeren Tagen legen die Hühner wieder.

Verbringen Hühner mehr Zeit im Stall, wird ihnen schnell langweilig – und gelangweilte Hühner picken eher aufeinander herum. Pickblöcke und aufgehängte Leckerbissen beschäftigen sie stundenlang.

Zu Pickblöcken und Leckerbissen für Hühner →

Checkliste für den Winter

  • Zwei Tränken für den Wechsel bereit
  • Tränke und Futterautomat geschützt vor Wind, Schnee und Wildvögeln
  • Wetterfester Futterautomat mit Futter für mehrere Tage
  • Trockene Einstreu und Lüftung ohne Zugluft
  • Vaseline für grosse Kämme bei starkem Frost bereit
  • Pickblöcke oder Leckerbissen gegen Langeweile
  • Registrierung beim Kanton aktuell

Häufig gestellte Fragen

Frieren Hühner im Winter? Gesunde, voll befiederte Hühner vertragen Frost gut, solange der Stall trocken und zugfrei ist. Sitzen Hühner tagsüber aufgeplustert und eng beieinander, können sie krank sein – schauen Sie dann genauer hin.

Wie oft sollte ich das Wasser bei Frost wechseln? Mindestens zweimal täglich: morgens lauwarmes Wasser einfüllen, am Nachmittag kontrollieren oder die Tränke tauschen. Mit zwei Tränken im Wechsel haben Ihre Hühner immer trinkbares Wasser.

Legen Hühner im Winter Eier? Weniger als im Sommer. Kurze Tage verringern die Legeleistung, und viele Hennen machen im Dezember und Januar eine Pause. Das ist normal und gönnt dem Körper Erholung.

Bereit für den Winter

Sie fangen neu an oder möchten alte Ausrüstung vor dem Winter ersetzen? Unsere Starter-Sets kombinieren eine 15-Liter-Tränke mit einem wetterfesten 15-kg-Futterautomaten. Ab CHF 59 liefern wir versandkostenfrei in der ganzen Schweiz.

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